Anfängerseile

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Auch der längste Weg beginnt mit einem einfachen Schritt.

Sie haben gerade erst Bondage für sich entdeckt und sind von der Auswahl überwältigt? Keine Sorge, so ging es den meisten am Anfang. Ich will hier nicht nur eine einfache Empfehlung angeben, sondern Ihnen viel mehr ein paar häufige Fragen beantworten, um Sie so bei Ihren ersten Schritten etwas zu begleiten.

Haben Sie einen Plan B?

Unfälle passieren, die Frage ist wie man auf diese vorbereitet ist und mit ihnen umgeht. Egal ob man seit Jahren penibel die Seilkunst studiert oder gerade erst seine ersten paar Knoten knüpft, kommt es immer wieder zu Situationen, die ein sehr schnelles Öffnen der Seile erfordern. Es mag nicht mal an einem eigenen Fehler liegen, stellen Sie sich vor auf einer Party fällt ein etwas mehr angeheiterter Gast auf Ihr gefesseltes Bunny und verletzt es dabei. Oder der Kreislauf versagt und Sie haben eine Person ohne jegliche Körperspannung, die plötzlich in ungünstiger Position da hängt. Dies sind nicht nur Phantasieszenarien, sondern Dinge, die mir tatsächlich schon passiert sind. In solchen Situationen ist die gefesselte Person möglichst schnell, das bedeutet innerhalb von Sekunden aus der Fesselung kontrolliert zu befreien, um weitere Schäden zu vermeiden und eine angemessene Ersthilfe bereitstellen zu können.

Gerade in Notsituationen sind wir selten methodisch und bedacht, sodass nur das Zerschneiden der Seile bleibt. Dies mag für viele nach einer sehr drastischen Maßnahme klingen aber glauben Sie mir, es ist leichter an neue Seile zu kommen als an einen neuen Partner. Haben Sie für solche Fälle bitte ein passendes Sicherheitswerkzeug griffbereit, um Ihren Partner schnell und kontrolliert befreien zu können.

Wie viel braucht man überhaupt so?

Für ein Set haben sich in der Bondageszene 7x8m bewährt. Damit lässt sich der Großteil an Fesselungen realisieren, ohne dass einem gleich das Seil ausgeht.

Wenn Sie sich am Anfang noch nicht sicher sind, ob Sie das Fesselfieber bereits ereilt hat, kommen Sie auch ohne Probleme mit 3x8m durch Ihre ersten paar Fesseltreffen oder Workshops, um zumindest mal ein paar Grundlagen lernen zu können.

Wenn Sie nicht vorhaben in den Bereich des japanisch inspirierten Bondage abzutauchen sondern vielmehr Ihr Sexualleben etwas abenteuerlicher gestalten wollen, sind 8m bei vielen Fesselungen etwas hinderlich. 2x8m für komplexere Fesselungen und 4x4m sind für die meisten spannenden Bettakrobatiken vollkommen ausreichend. Auch wenn ich meine Seile nur in 8m Stücken anbiete, ist es kein Problem einfach welche zu halbieren und die Enden zu versäubern. Schreiben Sie mir einfach dazu einen Kommentar bei der Bestellung.

Welcher Durchmesser?

Generell werden für Bondage meist Seile mit Durchmessern von 5mm bis 6mm verwendet. Der Durchmesser richtet sich hierbei nach der gefesselten Person. Für Damen empfehle ich 5,5mm und für Herren 6mm. Dies hat hauptsächlich mit der durchschnittlichen Größe und der damit verbundenen Schulterbreite zu tun. Mit einem 6mm Seil geraten Sie bei einer grazilen Dame sehr schnell in Platznot und ein 5,5mm Seil sieht bei einem breiten Kreuz leicht verloren und deplatziert aus.

Wie viel muss mein Seil halten?

Diese Frage können Sie für den Anfang getrost hinten anstellen. Bruchlasten werden erst bei Hängebondages interessant und die meisten Anfänger haben bis zu dem Punkt, an dem sie bereit sind diese durchzuführen, bereits ein bis zwei Seilsets hinter sich gelassen.

Wie fest gedreht?

Auch wenn die Art der Drehung eher ein weiterführendes Kriterium für ein Seil ist, können Sie mit einer Vorstellung Ihres Ziels bereits eine Entscheidung treffen. Für traditionell japanisch orientiertes Bondage werden meist eher lockere Seile verwendet. Wenn Sie sich noch nicht festelegen wollen, nehmen Sie einfach ein mittleres, diese sind für die meisten Anwendungen geeignet.

feste Seile:

Ein fest geschlagenes Seil verzeiht weniger Ungenauigkeiten in der Technik. Es erfordert eine höhere Präzision, um Wicklungen gleichmäßig zu legen um so eine angenehme Auflagefläche zu schaffen. Dies hat zur Folge, dass Ihr Partner Ihnen eine präzisere Rückmeldung geben kann und Sie so Ihre Fähigkeiten gezielter verbessern können. Außerdem ist ein festes Seil resistenter gegenüber typischen “Anfängerfehlern”, da es in sich stabiler ist.

lockere Seile:

Bei einem locker geschlagenen Seil können Sie sehr bald gute Ergebnisse erzielen und sich ganz auf Ihren Partner konzentrieren. Durch die lockere Drehung legen sich diese Seile sehr gleichmäßig um den Körper, wodurch es einfacher ist eine bequeme und angenehme Fesselung zu realisieren. Der Nachteil ist, dass diese Seile anfällig für Fehlbehandlungen sind und sich zum Beispiel Litzen leicht verschieben.

Abschließend lässt sich sagen, dass Sie wenn Sie in erster Linie erst einmal angenehme Erfahrungen mit Ihrem Partner sammeln wollen eher ein lockeres und wenn Sie sich eher für die technische Seite interessieren ein festeres Seil nehmen.

Welches Material?

Im traditionell japanischen Bondage werden meistens Seile aus Jute verwendet. Es kommt aber auch hier wieder darauf an in welche Richtung Sie tendieren.

Der Nachteil an Seilen aus Jute ist, dass diese am Anfang immer etwas rau sind und erst durch die häufige Benutzung richtig geschmeidig und glatt werden. Dies kann allerdings auch ein Vorteil sein, da es einen dazu anhält öfters zu üben.

Bei der Concordia Serie ist dieser Effekt durch das sehr feine UHMWPE etwas abgeschwächt und die einzelnen Litzen sind aufgrund der besonderen Konstruktion stabiler.

Wenn Sie von Anfang an bereits ein weiches Seil haben wollen sind Hanf und Leinen die weniger aufwendigen Materialien.

Hanf besitzt einen sehr typischen heuähnliche Eigengeruch. Auch wenn dieser Geruch mit der Zeit schwächer wird, wird er doch nie ganz verschwinden und von vielen als unangenehm empfunden.

Leinen ist hingegen nahezu geruchsneutral und noch eine Spur weicher als Hanf.

Die Materialwahl ist in vieler Hinsicht eine Glaubensfrage und hat weniger mit klar definierten Eigenschaften sondern mehr mit persönlichen und individuellen Vorlieben zu tun. Wenn Sie sich hier unsicher sind, können Sie einfach Muster bestellen, diese ein paar mal durch die Hände gleiten lassen und dann erst entscheiden, welches sich für Sie am angenehmsten anfühlt.